
Seit gestern wohne ich in der Arktis! Vorher hatten wir aber noch eine sehr schöne Urlaubswoche auf dem norwegischen Festland. Der erste Eindruck von diesem wunderschönen Land war der Landeanflug auf Bergen: Sonne, lauter kleine grüne Inseln, Holzhäuser und Fjorde wohin das Auge reicht. Aber schon am nächsten Tag haben wir das "echte" Norwegen kennengelernt: Regen in rauhen Mengen. Und der Wetterbericht sagt immer, dass es am nächsten Tag regnet und am Tag darauf sonnig wird...stimmt aber nicht! Also Kinder: Norwegen braucht bessere Meteorologen!

Jetzt wissen wir auch, wieso hier alle Sportgeschäfte fast nur Regenjacken verkaufen. Johannes hat allerdings eine bei H &M erstanden, weil das so ziemlich der einzige Laden war, wo wir eine Regenjacke unter 100 Euro gefunden haben. Auch sonst ist überhaupt alles ziemlich teuer. Die meisten Sachen kosten etwa doppelt so viel wie in Deutschland. Aber am schlimmsten ist es beim Alkohol. Bestes Beispiel: An unserem letzten Abend haben wir auf einem Dorffest ein Bier für 600 NOK getrunken, das sind umgerechnet etwa 8 Euro! Aber das war wohl selbst für norwegische Verhältnisse etwas viel.
Für den Regen sind wir a

ber bei

einer Fjordfahrt mit dem Schiff entschädigt worden, auf der es sogar teilweise etwas sonnig war. Und ohne das schlechte Wetter vorher hätten wir wohl auch nicht diesen tollen Regenbogen gesehen. Abgesehen davon ist die Fjordlandschaft einfach atemberaubend.

Nachdem wir Bergen ausgiebig besichtigt haben, sind wir mit der Bergenbahn in Richtung Westen gefahren.
Auf der Fahrt fährt man erst durch jede Menge Tunnels und hinter jedem liegt immer wieder ein anderer See. Irgendwann kommt man dann über ein Bergmassiv in ca 1200 m Höhe, auf dem sogar jetzt noch Schnee lag. Achja, ich hätte fast vergessen, dass es aufgehört hat zu regnen. Na also, es geht doch! Von da an war es auch die meiste Zeit sonnig.


Unser nächster Halt war Geilo (gesprochen Jäilo, trotzdem hat der Name dieses Ortes natürlich zur allgemeinen Belustigung beigetragen :-) ).
Hier haben wir direkt an einem kleinen See gecampt und abends unseren geschenkten Einmalgrill genutzt.
Am nächsten Tag ging es mit der Bahn weiter nach Oslo.

Neben dem üblichen Touriprogramm mit Holmenkollen, Vygelandspark usw und Super-Wetter gab es noch eine kleines "Schmankerl": Am Mittwoch waren die Rolling Stones in Oslo. Karten haben wir natürlich keine mehr bekommen, aber als wir an diesem Abend auf dem Campingplatz waren, der auf einem Hügel oberhalb von Oslo lag, konnten wir ganz unerwartet das Konzert mit anhören und mit einem Fernglas sogar einen kleinen Teil von der Bühne sehen. Zumindest können wir jetzt sagen, dass wir live dabei waren!
Damit war unser Urlaub dann auch fast schon zu Ende.
Nach einer beinahe schlaflosen Nacht am Osloer Flughafen, war es am Freitag morgen Zeit, sich zu verabschieden. Von Oslo aus bin ich zunächst nach Tromso geflogen und schließlich von dort nach Longyearbyen. Auf dem Flug konnte ich vor Aufregung fast nicht still sitzen! Das hat sich erst recht nicht geändert, als man unter uns die Gletscherlandschaft von Spitzbergen bzw. Svalbard, wie die Norweger eigentlich immer sagen, sehen konnte. Unglaublich, in dieser Wildnis 4 Monate zu verbringen! Beim Landeanflug taucht dann wie aus dem Nichts zwischen den Bergen am Fjord die kleine Stadt Longyearbyen auf.


Am Flughafen wurde ich von einer Studentin abgeholt und zu meiner Unterkunft in Nybyen, ein bisschen oberhalb vom Zentrum, gebracht. Das Zimmer ist echt gemütlich und von meinem Fenster aus gucke ich direkt auf einen Berg und um die Ecke kann ich auf den Longyeargletscher gucken. Falls ein Eisbär über den Gletscher in die Stadt kommt, sind wir hier in Nybyen die Ersten, die ihn sehen :-)
Im Moment sind die Temperaturen echt

ok,
es ist natürlich nicht warm, aber man kann es in Pulli und einer dünnen Jacke aushalten. Ansonsten ist es bewölkt, heute auch ein bisschen neblig, so dass ich letzte Nacht, an meinem allerersten Polartag leider noch keine echte Mitternachtssonne gesehen hab.
Das Bild rechts ist übrigens um 23:33 h entstanden.
In der Stadt laufen neben ein paar Polartouristen und "Ureinwohnern" fast nur Studenten rum und bei den gestrigen "friday gatherings", dem allwöchentlichen Wochenausklang der UNIS-Studenten mit günstigem Bier und Musik, habe ich jede Menge Leute kennengelernt. Viele sind Norweger, ein paar Spanier, ein paar Deutsche und sogar eine Australierin. Anschließend waren wir noch in einem der 7 Pubs in Longyearbyen, der einzige, der sogar Erdinger Weißbier hat, wie mir groß angekündigt w

urde :-). Ich habe trotzdem lieber ein einheimisches vorgezogen. Übrigens gibt es im Vergleich zur Anzahl der Pubs nur ein Geschäft für Lebensmittel. Naja, irgendwie müssen die Leute hier die dunklen Winter ja überstehen...
Ansonsten gibt es ungefähr 5 Läden mit Klamotten und ein paar Souvenirläden mit unendlich vielen Eisbären in allen Formen und Variationen: Eisbärschlüsselanhänger, Eisbär-shirts, Eisbärschlafsäcke....An einer Kiste mit Kuscheleisbären stand sogar "KNUT" dran. Ich hab gedacht, ich seh nicht richtig, nicht mal hier ist man vor dem Viech sicher!
So, ich glaub ich habe für heute erstmal genug geschrieben. Ich habe mich jedenfalls gut eingelebt hier im ganz hohen Norden. Bis bald!