Gestern sind wir von Longyearbyen aus auf unsere 12-taegige Ozeanographie-Expedition gestartet. Wir fahren auf der "Håkon Mosby", einem Forschungsschiff der Universitaet Bergen. Fuer ein solches ist es mit etwa 50m Laenge recht klein, aber es gibt alles was man braucht (inklusive Fitnessraum). Nein, es geht ja mehr um die Messgeraete :-)
Auf unserer Reise werden wir vor allem Wassermassenaustausch und Zirkulation in verschiedenen Fjorden rund um Spitzbergen untersuchen. Dazu benutzen wir z.B. CTD-Geraete, die vom Boot aus in die Tiefe gelassen werden, um den Salzgehalt, die Temperatur und den Druck im Wasser zu messen. Mit dieser Arbeit hat meine Schicht, d.h. Mathilda, Helga, Thomas und ich, gestern abend begonnen. Ihr muesst euch das so vorstellen: Man sitzt in einem Raum mit vielen Rechnern und gibt der Crew an Deck per Walkie-Talkie Anweisungen, was sie mit dem Messgeraet tun soll, wartet, dass das es Daten liefert, und wenn es wieder an Deck ist, fuellt man eine Wasserprobe, die das CTD mitgebracht hat, in eine kleine Glasflasche. Das macht man dann waehrend jeder Schicht so ungefaehr 15 mal an verschiedenen Stationen, die der Kapitaen anfahren muss. Ach ja, eine Schicht ist uebrigens 6 Stunden lang und dauert in meinem Fall von 18 Uhr bis 0 Uhr und von 6 Uhr bis 12 Uhr. Also habe ich gerade frei.
Ansonsten ist eigentlich das ganze Leben an Bord an den Mahlzeiten ausgerichtet. Und davon gibt es echt genug! Fruehstueck, Mittagessen, Abendessen, Kaffee und Kuchen...und das alles im 2-Stunden-Takt. In den letzten Jahren hat es wohl schon einige interne Wettbewerbe gegeben, wer am meisten zunimmt. Man munkelt, es soll mal jemand 8 Kilo in 10 Tagen geschafft haben...
Naja, wie auch immer, das muessen unsere 3 Jungs wohl unter sich ausmachen :-)
Das Essen ist ziemlich gut, obwohl es gestern beim ersten Mittagessen schon Walfleisch gab, was zwar nicht schlecht geschmeckt hat, aber irgendwie musste ich doch an den armen Wal denken...vielleicht einfach ein bisschen gewoehnungsbeduerftig fuer uns Mitteleuropaeer.
Im weiteren Verlauf des Tages werden wir noch in der russischen Siedlung Barentsburg Halt machen, bevor es dann in der Nacht raus aus Isfjorden ins offene Meer geht. Uaa, die Seekrankheitstabletten liegen bereit!
Ich wuerde gerne schon ein paar Fotos hochladen, aber leider ist das Internet hier ziemlich langsam, also muesst ihr euch wahrscheinlich bis zum 17.9. gedulden. Naja, vielleicht mal ab und zu eins...